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Üstra-Streik & Fahrradaction | 03/2018


Als ich an diesem schicksalhaften Mittwoch die Durchsage an meiner Bahnhaltestelle hörte, verließ mich all mein Lebensmut: Die ÜSTRA wird morgen streiken. Ob wir die Sache unterstützen oder nicht, so finden wir es doch alle ätzend das Fahrrad zu entstauben, oder als Autofahrer drei Stunden früher als normalerweise aufzustehen. Also ich weiß nicht wie es euch geht, aber mir läuft bei den Worten immer ein kalter Schauer über den Rücken. Doch jeder hat das Recht für bessere Arbeitsbedingungen zu streiken und sollte es auch wahrnehmen. Nachdem ich es am nächsten Tag  geschafft hatte, das Fahrrad meiner Mutter früh morgens  aus dem Keller zu schaffen, fing das Gewackel an. Nicht nur, dass ich eine Weile kein Fahrrad mehr gefahren war, in die Quere kamen mir gefühlt eintausend Autos und bestimmt drei, vier Baustellen.

Nahaufnahme Fahrrad

Nicht zu vergessen, es waren Minusgrade und dazu ein schön beißender Wind. Doch nicht nur ich hatte Probleme. Abgesehen von den vielen anderen Fahrradfahrern, die mein Schicksal zu teilen schienen, sah ich überall genervte Gesichter innerhalb der Autos. Man hörte auch an diesem Tag ungewöhnlich viele Sirenen. Es war ziemlich einsam bei SINA. Viele unserer Teilnehmerinnen, hatten nicht einmal die Möglichkeit nach Hannover zu kommen. Einige mussten bei ihren Verwandten schlafen oder so wie ich mit dem Fahrrad fahren. Aber das schlimmste an diesem speziellen Streik war für mich, dass ich dieses Fahrrad überall mithin schleppen musste. Und da ich einen Termin Richtung Karl-Wiechert-Allee hatte, quetschte ich mich zur Feier des Tages mit 30 anderen Leuten  in einen S-Bahn Wagon. Ich denke, das Beste an einem ÜSTRA Streik ist, dass er irgendwann vorbei ist. Denn das einzige was noch schlimmer ist, als selber schlechte Laune zu haben, das ist, wenn alle schlechte Laune haben.

Text und Foto: Frauke Hildel (Bild- und Tonbüro SINA)